Bereits zum zweiten Mal fanden auf der Rudolfshütte in der Weisssee Gletscherregion die Fischer Freeski Testdays statt. Ein paar verwegene Freerider trotzten dem Schlechtwetter und dank Bergführer Fritz (der bereits seit 35 Jahren hier oben guidet und somit jeden Stein persönlich kennt) konnten die Teilnehmer die Fischer Freerideski im Powder und bei Null Sicht probieren. Super war’s, auch wenn es der Wettergott nicht so gut mit uns meinte…!
Month: January 2014
Into the unknown…
Es war wieder Zeit für ein Abenteuer in den Bergen. Meine Freunde Dani und Hannes begleiteten mich und so ging es ins tief verschneite Lesachtal. Ich war noch nie im Winter dort und so machte ich mich schlau über die Winterraum-Übernachtungsmöglichkeiten. Meine Auswahl fiel auf das Mitterkarbiwak. Eine kleine, feine Alpenvereinshütte (nicht bewirtschaftet) mit 6 Schlafplätzen und keiner Kochgelegenheit, gelegen im Raabachtal. Die Tour auf die Steinkarspitze wäre natürlich mit 1300 hm auch an einem Tag machbar, doch warum auf den Berg eilen?
Lieber schweres Gepäck am Rücken schleppen (Kocher, alles an Essen, Daunenschlafsack, etc), a bisl frieren und das Abenteuer auf zwei Tage ausweiten…
Gesagt, getan. Wir starten in Untertilliach, wo wir das Auto bei einem Bauern dankenswerterweise abstellen dürfen und los geht’s. Natürlich liegen wir nicht mehr im Zeitplan (zu lange herumgetrödelt, Dani’s LVS Gerät geht nicht, muss wieder zurück zum Auto wo ich gottseidank ein Ersatzgerät habe), aber bis Eintritt der Dunkelheit sollten wir unser Ziel erreicht haben.
Es ist ein wenig begangenes Tal, nur selten verirrt sich jemand hier hoch. Wohl auch deshalb weil es ein großes Einzugsgebiet hat und wenn Lawinen den Berg herunter donnern, dann hast du einfach keine Chance. Wir haben an diesem Tag Lawinenwarnstufe 2. Tief verschneit präsentiert sich die Gegend. Einfach schön! Am Talschluss lassen sich gut alte Lawinen erkennen, doch bereitet mir dies kein Kopfzerbrechen. Anders geht es Dani, die an beiden Tagen kein gutes Gefühl hat, vielleicht gerade aus dem Grund weil sie diese Tour nicht kennt, keine Erfahrungswerte in dieser Gegend hat? Zwar teilt sie mir ihre Bedenken mit, jedoch kann ich sie mit meinen Argumenten überzeugen… Durch das viele draußen am Berg unterwegs sein habe ich ein gutes Gespür für den Schnee entwickelt. Klar ist jedoch, dass du niemals die 100%ige Garantie hast, dass nichts passieren wird. Das ist das Los wenn man sich in der Natur bewegt…
Hannes spurt über den letzten Hang bevor wir das Mitterkarbiwak kurz vor Dunkelheit erreichen. Nun heißt es zuerst die Tür ausschaufeln, damit wir hinein kommen in die gute Stube.
Drinnen ist es nicht viel wärmer, aber zumindest windgeschützt. Wir machen es uns gemütlich (sofern das eben geht), wickeln uns in Decken ein, essen die super Jause von Dani’s Mum und kochen mit dem Jetboil heisses Wasser auf. Für solche Tage haben sich die Knorr Pasteria Nudeln bewährt, doch hab ich es mit dem heißen Wasser zu gut gemeint und so gibt es nach 10 Minuten keine Pasta al dente, sondern knackig, harte Pasta. Aber egal, Hauptsache was warmes 🙂
Da es recht kalt ist, ziehen wir uns bald in unsere Daunenschlafsäcke zurück und gehen bald schlafen. Nix mit Kartenspielen heute, zu kalt. Draußen bläst der Wind was mich nachdenklich stimmt, doch ohne mir ein Bild über die Gegebenheiten vor der Hütte zu machen, bringt es nichts, sich den Kopf zu zerbrechen…
Neuer Tag, neues Glück. Ein strahlender Tag, der Wind hat zwar nicht nachgelassen, doch wir entscheiden uns weiter Richtung Mitterkar zu marschieren. Dort ist es recht okay vom Wind und so geht es weiter über eine 35-40 Grad steile Rinne. Ich spure, da es mir wichtig ist, dass ich einen Überblick habe, wie die Schneeverhältnisse sind. Es wechselt zwischen Triebschnee, Harschdeckel, Pulver…
Wir befinden uns im Steinkar, vor uns erhebt sich ein unglaubliches Panorama an fahrbaren Rinnen, wäre da nicht der Wind drinnen gewesen. Little Alaska in den heimischen Bergen… Man muss nur suchen, fündig wird man auf alle Fälle!
Die Gegend ist wirklich beeindruckend, keine Menschenseele unterwegs. Der letzte Anstieg bis zum Walischen Kar auf 2401m erweist sich trotz hartem Harschdeckel als gut gehbar und das Panorama oben ist einfach herrlich! Lange verweilen wir nicht, denn der Wind ist hier nicht gnädig, Dani und Hannes wollen wieder hinunter… Die Steinkarspitze bleibt aus, das nächste Mal dann…
Dani und Hannes wählen zur Abfahrt den Aufstiegsweg, ich wiederum suche eine neue Abfahrtsvariante. Es liegt in meiner Natur dass ich mir bereits während des Aufstiegs Gedanken zur Abfahrt mache. Das hat so die Spezies Freerider oder wie auch immer man sie nennen möchten an sich :-)…
Meine Powdernase behält Recht und trotz schwerem Gepäck am Rücken rausche ich den ersten Hang hinunter.
Auch übers Mitterkar und den letzten Hang ab Mitterkarhütte haben wir teils feinsten Powder, perfekt!
Angekommen im Talschluss heißt es nun über den Forstweg entlang wieder retour und ein Teilstück durchs Winterwonderland schieben…
Zruck beim Auto und Einkehr bei Dani’s Eltern im Forellenhof in Tassenbach. Feinstes Gulasch mit Polenta gibt’s, herrlich! Danke!
Super woars!
Draussen unterwegs…
Freeride & Yoga Camp in Hochfügen
Gemeinsam mit Ski-Yogi Sonnia Höffken veranstalteten wir vom 17. bis 19. Jänner ein kleines, feines Freeride & Yoga Camp in Hochfügen. Untergebracht in der Panorama Lodge in Hochfügen, genossen die Teilnehmer morgens und abends die Yoga-Einheiten mit Sonnia während ich für das Guiden im Gelände zuständig war.
Die Schneebedingungen waren bis dahin eher mässig, doch die Powdernase lies mich am ersten Tag nicht im Stich. Wir trotzten dem Föhnsturm und holten das Maximum aus dem Tag, wo alle mit einem Big Smile den Tag beendeten. Der zweite Skitag erweckte bereits Frühlingsgefühle. Wer erwartet sich im Jänner Plustemperaturen am Berg? Wohl niemand. Aber damit muss man wohl rechnen und auch an diesem Tag machten wir das Beste draus. Vormittags shredden im Gelände und nachmittags noch eine Sicherheitseinheit mit LVS-Suche, Schaufeltechnik, etc…
Ein gelungenes Wochenende mit netten Menschen!
Danke an Sonnia, Michael, Stewart, Karsten, Joachim & Christel!
Hier noch ein paar Impressionen:
Unterwegs in den heimischen Bergen…
Gemeinsam mit meinen Freunden Michi, Teresa und Pia und Fotograf Toni Brey in den heimischen Bergen unterwegs… Wir hatten wundervolle Tage im tiefverschneiten Defereggental…
Hier die Pix von Toni:
http://www.brey-photography.de/WEB_KT70/
Scheeee woars 🙂
OT
Junior Camp Saalbach powered by www.freeridecamps.at
Unterwegs in Saalbach Hinterglemm mit den Junior Freeridecamps Ridern… http://www.freeridecamps.at
Spass hatten wir, auch wenn uns der Föhnsturm am vergangenen Wochenende und der fehlende Schnee ein wenig zu schaffen machte… Improvisation ist alles und so fanden wir durch Local Guide und meinen Freeridecamps-Coach-Buddy Michi Mayrhofer doch zumindest ein bisschen vom weißen Gold… Zwar steht das Lawinensicherheitstraining für die jungen Rider im Vordergrund, doch sind wir natürlich auch zum Shredden mit offenen Augen im Gelände unterwegs…
Schön mit jungen, motivierten Freireitern unterwegs zu sein! Danke an alle die dabei waren!
Unterwegs bei den Reichen und Schönen…
Schon vor zwei Monaten wurde ich von meinem Arlberger Spezl und Skischulbesitzer Toni Zangerle angefragt, ob ich nicht Bock hätte, ihn für eine Woche über Silvester nach Courchevel (FRA) zu begleiten. Seine russischen Gäste würden eine weibliche Skilehrerin benötigen und da hatte er an mich gedacht. Da ich noch nie im Winter in den französischen Alpen war sagte ich zu… Eine Woche Skikurs würde ich schon aushalten 😉
Zuvor ging es noch zu Weihnachten auf Familienbesuch für einen kurzen Abstecher in die Osttiroler Heimat. Ein Genuatief lag in der Luft und würde ab 25./26. Dezember für reichlich Neuschnee in der Region Osttirol und Kärnten sorgen. Bis zu einem Meter Neuschnee!
Schweren Herzens verließ ich die Heimat und wohlwissend dass dieser Tage der Mega Powder in der Heimat warten würde ging es Richtung Frankreich.
Weit kamen wir vorerst allerdings nicht. Kurz nach Braz (Vorarlberg) verursachte Toni einen Auffahrunfall. Der erste Unfall ever. Für ihn und mich. Wünsche ich niemanden, ist echt ein furchtbares Gefühl so ausgeliefert zu sein. Gottseidank war er nicht schnell unterwegs. Komischerweise hielt das Fahrzeug vor ihm (a Deitscher) an und schon war es geschehen. Die nächsten zwei Sekunden hab ich nicht wirklich mitbekommen, denn ich schloss meine Augen und ehe ich mich versah, saß ich in einem Auto wo der Rauch aufging. Die Airbags hatten sofort ausgelöst, ich krachte mit dem Gesicht in das Kissen (ohne es zu merken) und plötzlich kam nur mehr Blut aus meiner Nase. Gottseidank war nicht mehr passiert! Ich war wirklich heilfroh! Blechschaden – sh… Aber gottseidank keine Personen zu Schaden gekommen! Ich alarmierte die Polizei während Toni sich um die Insassen des anderen Autos kümmerte.
Kurz darauf war die Polizei vor Ort, sie nahmen alle Daten von den zwei Fahrern auf, wir wurden abgeschleppt, verbrachten einige Zeit an der Leitstelle, bevor es dann mit einem anderen Auto (von Toni’s Freunden) weiter Richtung Frankreich ging.
Na bravo. Toni war nicht mehr imstande zu fahren, also durfte ich die 7 Stunden Autofahrt vom Arlberg bis nach Courchevel auf mich nehmen…
Endlich. Angekommen. Für zwei Tage sind wir im Hotel New Solarium untergebracht. Das Zimmer muss ich mit Toni teilen. Grundsätzlich überhaupt kein Problem ABER Schnarchen geht gar nicht. So werden es zwei schlaflose Nächte, juhu!
Am 27.12. treffen wir die russische Familie die Toni und in dem Fall auch mich engagiert haben. Sie wohnen ganz mondän in einem 5 Sterne Hotel in Courchevel 1850, dort wo die Reichen und Schönen urlauben. Eigentlich war vorgesehen dass ich mit der Tochter die Woche im Gelände Ski fahren würde, doch wie immer, es kam anders als geplant 😉
So verbringe ich den ersten Tag am Anfängerhügel und bringe der Freundin der “Chefin” Ski fahren bei. Sie lernt schnell und es ist schön Erfolge zu sehen. Am zweiten Tag wird es dann nichts mehr mit Anfängerskiing, da Adelika Schmerzen an den Füssen hat…

Somit kommen nun wieder neue Familienmitglieder ins Spiel und die Tochter der “Chefin” erreicht das Hotel. Zu unserer Überraschung will sie snowboarden lernen. Na bravo. Dann gemma halt snowboarden 😉 Bin seit über 5 Jahren nicht mehr am Brettl gestanden, aber wird schon gehen…

Und täglich grüßt das Murmeltier. Warten bis alle ready sind, im Hotelsportshop Material leihen bzw. was dringend gebraucht wird, wird gekauft. Geld spielt scheinbar keine Rolle.

Mittags sind wir immer zum Essen eingeladen. Unglaublich was immer aufgetischt wird! Und die Preise! Wow! Jeden Tag gibt es Austern und sonst halt was das Herz begehrt. Ein Chickensandwich kostet beispielsweise 43 Euro, Spaghetti Bolognese 32 Euro, Tomaten Mozzarella Salat 30 Euro! Unglaublich oder? Verrückt diese Verschwendung beim Essen (teilweise wird einfach drauf los bestellt und vieles bleibt über). In anderen Erdteilen verhungern Menschen weil sie nichts zum Essen haben und hier gibt es Essen im Überfluss. Bizarr!

Ich war überhaupt nicht auf solchen Luxus vorbereitet. Courchevel scheint das französische Pendant zu St. Moritz zu sein. Es ist eine andere Welt. Für mich unvorstellbar, denn für mich spielt Geld einfach keine große Rolle. Ich bin zufrieden mit dem was ich habe und brauche überhaupt nichts von diesem Luxus.
Im Skigebiet tummeln sich unzählige Fotografen, die nur darauf warten Neureiche bzw. Promis oder Möchtegern-Promis zu fotografieren. Schräg.

Am 3. Tag unseres Aufenthalts ziehen wir um in ein 4 Sterne Hotel, wow, welch Up-grading 😉 Ich freue mich endlich mal in Ruhe schlafen zu können! Doch wieder nix. Meine Nachtruhe wird gegen Mitternacht plötzlich gestört obwohl ich das Zimmer zugesperrt hatte. Der Concierge hatte mich offensichtlich in das falsche Zimmer geleitet und so war ich missverständlicher Weise in einem Doppelzimmer statt Einzelzimmer untergebracht. Ich hatte mich zwar gewundert warum der Schlüssel nicht passte, aber dachte mir nicht viel dabei. hahahahaa… Eine Russin stand plötzlich geschockt bei mir im Zimmer, leider nein, für heute Nacht blieb ich da drinnen… Nicht lange, denn am nächsten Morgen musste ich dann schon wieder umziehen… 😉

Snowboard Kurs Tag 1: Gewöhnen ans Gerät, geradeaus fahren und später Kurven fahren und Bremsen lernen. Vor etlichen Jahren hab ich im Zuge der Staatlichen Skilehrerausbildung den Snowboard Landeslehrer gemacht. Somit – kein Problem 😉 A bisl improvisieren, dann geht das schon… Den Anfängerhügel verlassen wir bald, denn meine Schülerin hat bereits am vormittag beide Kurven fahren gelernt! Talented Girl!
Von der grünen Piste geht es am nächsten Tag bereits auf blaue Pisten. Am 3. Tag auf rote Pisten und ins Gelände. Wow!

Als Snowboarder auf vollen Pisten fühle ich mich total unwohl. Viele Leute sind extrem rücksichtslos unterwegs, immer mal wieder sieht man Zusammenstöße auf der Piste, echt scary! Viele überschätzen sich, stehen technisch schlecht drauf, keine Chance binnen Sekunden bremsen zu können… Vor allem aus der Sicht des Snowboarders sind Skifahrer eine gefährliche Spezies. Auf der Backside sieht man nicht bzw nur eingeschränkt ob oder wer von oben kommt. Also ich freu mich nun wieder auf meine Ski und dass ich in den nächsten Tagen wieder im Gelände unterwegs bin.
Ich verlasse Courchevel mit gemischten Gefühlen. Zum einen weil ich echt schockiert über diesen gelebten Reichtum war (schließlich lässt sich mit viel Geld alles kaufen – wirklich alles, das stelle ich in Frage?). Gucci, Prada, auf den Pisten Bogner, Sportalm etc. Wer was auf sich hält trägt eine dieser Edelmarken. Nicht zu vergessen natürlich die neueste GoPro, damit das gesamte Erlebte auch überall geteilt werden kann…
Doch die umliegende Bergwelt hat mich gefangen. Unweit der Skigebiete gibt es einige interessante Berge die nur darauf warten bestiegen und befahren zu werden. I’ll be back. Someday. Aber mit Freunden und abseits der ausgetretenen Pfade.

Ab nach Hause. Tirol isch lei oans 🙂

