Chamonix

Mai 2016

Chamonix gilt wohl in den Alpen als das Epizentrum des Alpinismus. Das ganze Jahr über. Die Berge hier sind für viele Menschen ein großer Abenteuerspielplatz, das Disneyland für Erwachsene die ihr Ego in den unterschiedlichsten sportlichen Bereichen befriedigen “müssen”. Die Aguille di Midi Bahn erleichert den Einstieg in die alpine Welt. Hier trifft sich im Winter die Steep-Skiing Szene. Ohne Rücksicht auf Verluste wird hier das Limit weit nach oben gepusht, bei allen Verhältnissen wird hier steil gefahren…

Gemeinsam mit Skifriend und Bergans of Norway Teamkollegin Lorraine Huber habe ich für Mai ein zehntägiges Zeitfenster vereinbart, in dem wir den Verhältnissen entsprechend ein paar spannende Lines fahren wollen. Davon gibt es schließlich in Chamonix genügend…

 

Lori hat uns eine gratis Unterkunft beim Bergführerfreund Roberto Rossi organisiert, fünf Gehminuten zur Aiguille di Midi Bahn entfernt, mit Blick zur Midi und auf den Bossons Gletscher. Perfekt, besser könnte es nicht sein! Vielen lieben Dank nochmal dafür!

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An der Aiguille di Midi Bahn ist es immer ein “Sehen und Gesehen werden”. Männliche wie weibliche BergsportlerInnen werden von oben bis unten gemustert. Hier sieht jeder aus wie ein Profi, ausgestattet mit bestem Equipment. Jedoch trennt sich meist die Spreu vom Weizen beim Abstieg über die ersten Meter von der Bergstation. Links und Rechts gibt es ein Halteseil, damit auch die Nicht-Berggänger den Abstieg schaffen… Immer wieder interessant was sich hier abspielt…

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Der Wind bläst sehr kräftig und es ist bitterkalt. Am ersten Tag sind wir gemeinsam mit Nat Seagal unterwegs. Eine befreundete australische Freeriderin, die ihre Homebase in Chamonix hat und eine cooles Abenteuermädel ist…

Über Nacht hatte es viel geschneit, doch auch der Wind hatte seine Spuren hinterlassen. Die anfängliche Motivation verflog als wir nach dem Spuren Richtung Vallee Blanche bei Plattenpulver abfuhren. Doch auch wenn der Schnee sehr abwechslungsreich und herausfordernd war. Allein in dieser unglaublich schönen Szenerie unterwegs sein zu dürfen, zieht immer wieder eine große Dankbarkeit mit sich…

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Den Skitag beenden wir früher als gedacht. Die gefühlten tausend Stufen zur Montenvers Bahn sind immer wieder eine Art von kurzer Meditation. Hier kann man entweder Stufen zählen oder das Erlebte Revue passieren lassen…

Bei Moo’s gibt es was leckeres um unseren Hunger zu stillen, herrlich, die Sonne und die warmen Temperaturen…

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Am zweiten Tag ist das Wetter zwar in der Früh noch gut, jedoch zieht es bald zu und da wir für die nächsten Tage etwas Großes planen, widmen wir uns den Spaltenbergungstechniken im Grünen. Übung macht den Meister und keine Übung ist einfach nicht gut…

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Am Abend treffen wir dann Giulia Monego (gemeinsame Freundin von uns und wohl eine der besten Skialpinistinnen die ich kenne) und Liv Sansoz (französische Kletterpro), um für die Matterhorn Ostwand zu planen…