Last skitour for the season…

Sowohl der April, als auch der Mai wären perfekte Skitourenmonate, jedoch sind die Temperaturen viel zu warm für die Jahreszeit. Im Tal herrschen bereits sommerliche Verhältnisse, die Motivation ist immer noch da etwas in den Bergen zu tun, denn Schnee hatte es den vergangen Winter genug und es gibt noch genügend davon…

Ich breche mit Pia Richtung Schweiz auf. Eigentlich haben wir kein konkretes Ziel, Möglichkeiten gäbe es genug, wir einigen uns aber dann darauf, zwei Tage in Richtung Flüelapass zu fahren. Die Gegend kenne ich bereits und direkt am Bach haben wir ein gemütliches Platzerl zum übernachten…

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Während Pia im Auto schläft, bekomme ich über Nacht kein Auge zu. Ich habe starke Halsschmerzen, das Schlucken tut weh, im Moment kann ich mir keine Skitour vorstellen. Doch auch die schlaflose Nacht geht vorbei, am Morgen stärken wir uns mit einem Frühstück, es geht wieder besser, jedoch bin ich immer noch ein wenig angeschlagen…

MelCamping

Unser heutiges Ziel ist das Flüela Wisshorn, über den Normalaufstieg hinauf, die Abfahrt über die Nordwestflanke…

Der Aufstieg geht bei Pia zügig voran, ich hänge hinterher, jedoch stresse ich mich nicht und steige gemütlich auf. Erst am Skidepot kommen uns andere Skitourengeher entgegen, doch am Gipfel sind wir alleine. Wir blicken in die Nordwestflanke. Der Schnee ist okay, also entscheiden wir uns dort abzufahren. Das Abfahrtsvergnügen hält sich aufgrund der Schneequalität in Grenzen, doch trotzdem ist es die bessere Variante als über die Flanke zu Fuss abzusteigen und dann mit den Skiern weiterzufahren…

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Mel im Aufstieg…
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Pia in der Abfahrt… Die Verhältnisse sind bescheiden…

Im unteren Bereich werden wir dann doch noch mit feinsten Firnschwüngen belohnt, setzen uns in die Sonne und genießen unsere Jause hoch oben über der Passstrasse. Am Nachmittag geht es dann wieder zurück in die Heimat, das war’s – bye bye winter…

Cima di Brenta – NOT

In den Bergen kommt es immer wieder vor, dass man sich auf eine Tour bestens vorbereitet, das Wetter dann doch einen Strich durch die Rechnung macht. So geschehen im Mai 2108, wo ich mich mit Flo auf den Weg in den Süden machte, um dort die Cima di Brenta Nordrinne zu befahren….

Wir fahren Richtung Madonna di Campiglio, es herrscht prächtiges Wetter und auch der morgige Tag sollte hier im Süden okay sein. Ich kann mich noch gut an die Strecke erinnern, da ich vor Jahren mit Toni Brey die Cima Tosa, der “längste Eisschlauch der Ostalpen” bestieg und befuhr…

Diesmal haben wir allerdings das Glück, dass die Schranke zum Rifugio Valesinella offen hat und wir uns den langen Fußmarsch auf der schmalen Straße ersparen können.

Wir packen unser schweres Gepäck, ca 1 Stunde geht es durch den Wald mit Skiern, Tourenskischuhen, Schlafsack & Co am Rücken bevor wir endlich mit Fellen weiter aufsteigen können. Keine Menschenseele ist hier unterwegs, es ist so schön ruhig, herrliche Fernsicht begleitet uns bis wir bei der idyllisch gelegenen Tucketthütte angekommen sind.

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Wir machen es uns im kalten Winterraum gemütlich, essen eine Kleinigkeit und bald darauf geht es ins Bett…

Um 4 Uhr morgens Tagwache. Noch ist es dunkel, aber der Gang vor die Türe ist nicht erfreulich, denn es regnet. Somit legen wir uns nochmal aufs Ohr und wollen abwarten ob sich das Wetter bessert. Gegen 6 Uhr immer noch keine Wetterbesserung, aber zumindest hat es zum regnen aufgehört. Wir starten gegen 6.30 Uhr und wollen das Beste draus machen. Die Cima Brenta und dessen Nordrinne ist in Nebel gehüllt, es will und will nicht aufreissen. Zudem ist die Schneequalität miserabel, völlig durchweicht durch den Regen in der Nacht. Zumindest bis zum Bocca di Tucket steigen wir auf, brechen dann aber ab da der Schnee eben zu wünschen übrig lässt und die Sicht zu eingeschränkt ist…

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Die Abfahrt ist so la la, gerade im unteren Teil ist der Schnee schon sehr durchfeuchtet und lässt keine Fehler zu. Bis zu unserem Schuhdepot können wir fahren, dann heißt es wieder den schweren Rucksack schultern und bis zum Auto absteigen. Auch wenn das gewünschte Ziel diesmal nicht geklappt hat, es war ein schöner Ausflug in die Brenta, allein die Umgebung und die Stille waren die Reise wert! Danke Flo für die Idee und die Begleitung! Scheee woars!

 

Wallistrip…

Noch einmal geht es nach Andermatt zu Petra und Jobs. Allerdings bleiben wir nicht dort, sondern es geht ins Wallis auf Skihochtour. Wegen der warmen Temperaturen ist es in den unteren Gefilden viel zu warm, daher ab in die Höhe…

Die Fahrt ins Val d’Herens ist wie immer atemberaubend.

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Am Ende des Tales in Arolla parken wir das Auto und steigen auf zur Cabanne de Vignettes auf 3160m…

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Wie wir oben erfahren haben sie heute den letzten Tag offen, die Hüttenwirtin ist etwas unentspannt als ich zu Sonnenuntergang ein Foto aus der guten Stube mache und dabei das Fenster öffne… Als wir am Abend fragen ob wir ein wenig später frühstücken können, bekommen wir nur die Antwort um 5 Uhr gibt es Frühstück, später geht nicht. Am nächsten Morgen versuchen wir zwar uns Zeit zu lassen, um 5.45 Uhr werde ich von der Hüttenwirtin ermahnt, ich solle den Tee sofort austrinken und ihr die Tasse geben, damit sie noch abspülen kann… Draussen ist es wolkenverhangen, die Sicht ist eingeschränkt also warten wir noch zu, denn unsere Tour ist heute nicht so lang… Die anderen Bergsteiger sind Richtung Zermatt unterwegs, man sieht sie teilweise als kleine Punkte am Gletscher…

Das Warten hat sich gelohnt, denn die Sonne kommt zum Vorschein. Gegen 8 Uhr brechen wir dann auch auf und beobachten den Abtransport per Heli der Wirtsleute und des Materials. Immer wieder beeindruckend…

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Das heutige Ziel, der Pigne de Arolla (3790m) ist erreicht.

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Jobs und ich schauen in die Nordwand, die auch fahrbar wäre, allerdings nicht heute, da im oberen Teil viele Steine herausschauen und es keinen Sinn macht… Der Nebel ist immer noch unser Gegner, doch haben wir Glück und nutzen das kleine Wetterfenster um über den Gletscher zur Cabanne de Dix (2928m) abzufahren.

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Ein kleiner Gegenanstieg, das Wetter ist herrlich, wir werden dort freundlich empfangen. Die Nordwand des Mont Blanc de Cheilon leuchtet uns entgegen…

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Ein gemütlicher Nachmittag auf der Terrasse, chillen und die Aussicht genießen, herrlich…

Am nächsten Morgen steigen wir zum Mont Blanc de Cheilon auf. Die meterhohen Spalten sind beeindruckend und es heißt volle Konzentration, denn der Schnee ist hart, ausrutschen wäre keine Option…

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Wir erreichen den Vorgipfel, wo Petra auf uns wartet, während wir noch den Grat klettern und auf den Hauptgipfel marschieren. Wow, welch ein Panorama!

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Über die Westflanke fahren wir ab, wo wir gute Bedingungen vorfinden…

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Noch einmal müssen wir aufsteigen, zum Col de Riedmatten, wo es über Leitern hoch geht, während wir dann 1000hm “Abfahrtsgenuss” zum Auto haben. Brennende Oberschenkel und bremsenden Schnee inklusive…

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Scheee woars, danke Jobs und Petra!

 

Winter 2018

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Es war ein langer, intensiver Winter. Geprägt von vielen ergiebigen Schneefällen, wunderschönen Powdertagen, viel Zeit draußen in der Natur.

Kein einziges Mal habe ich es während des Winters geschafft, mich hinzusetzen und zu schreiben… Über Erlebtes, die Tätigkeiten in den Bergen, über Reisen…

So langsam neigt sich der Winter dem Ende zu. In den höheren Gefilden ist noch viel Schnee zu finden und morgen packe ich noch einmal meine Sachen um die Skitourensaison voraussichtlich in der Schweiz zu beenden… Aber mal schauen was die nächsten Tage noch so bringen…

Um die vergangenen Monate noch einmal aufleben zu lassen, werde ich wohl Monat für Monat “abarbeiten” und dies stichwortartig festhalten… Ich freu mich noch einmal die Monate Revue passieren zu lassen, denn es ist soooo viel passiert….